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  KINOPLAN für Monat September 2018


Woche vom 30.
08. bis 05.09.2018



Do 30.8. - So 2.9. um 18.30 Uhr Großer Saal


Das Geheimnis von Neapel    113 min.    

Italien 2017 Regie: Ferzan Ozpetek

Auch über Neapel wird gern gesagt: Neapel sehen und sterben, was treffend die Atmosphäre von Ferzan Ozpetek Film beschreibt, der ein bewusstes Mysterium ist, ein Thriller und ein erotisches Drama, eine Ode an die Stadt am Vesuv, an ihre Menschen und Geheimnisse, an die Kunst, die dort entstand, die Dramen, die sich dort abspielten.- Gleich zu Beginn öffnet sich ein Vorhang und gibt den Blick auf eine Theateraufführung frei, auf eine erotische, von antiken Mythen geprägte Geschichte. Schauplatz ist eine mondäne Villa, edle Räume, in der sich attraktive, offensichtlich wohlhabende Menschen fern ab der neapolitanischen Realität unterhalten. In diese dekadente Welt tritt bald der Tod ein, ein brutaler Mord, der eine Krimi-Handlung in Gang zu setzen scheint, die jedoch nur scheinbar der rote Faden des Films ist.




Do 30.8. - So 2.9. um 21.00 Uhr Großer Saal


Vollblüter    92 min.    

USA 2017 Regie: Cory Finley

Cory Finleys „Vollblüter“ ist Debüt und Abschied zugleich. Für den 28-jährigen Filmemacher könnte die Young- Adult-Satire der Einstieg ins ganz große Hollywoodbusiness bedeuten. Für Nebendarsteller Anton Yelchin hingegen stellt die Tragikomödie den Abschluss einer aussichtsreichen Schauspielkarriere dar: Der gebürtige Russe starb einige Wochen nach Beendigung der Dreharbeiten. Nun kommt der Film endlich auch in die deutschen Kinos - ein Triumph! - Zwei beste Freundinnen treffen sich nach einigen Jahren wieder und entwickeln eine emotionale Beziehung. Die eine kann keine Emotionen empfinden, die andere umso mehr. . Als der Stiefvater eines Tages droht, Lily ins Internat zu schicken, wird aus der spontanen Idee, ihn umzubringen, nach und nach ein genauer Plan. Sie wollen den Drogendealer Tim (Anton Yelchin in seiner letzten Rolle) dazu bringen, den Mord zu begehen und gehen dafür bis zum Äußersten… Do in OmdtU




Do 30.8. - So 2.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Swimming with Man    94 min.    

GB 2018 Regie: Oliver Parker

Nirgendwo werden Underdogs amüsanter gefeiert als im britischen Kino! In der Tradition von „Ganz oder gar nicht“ oder „Kalender Girls“ strampelt sich in dieser Feel-Good-Komödie ein Trupp männlicher Synchronschwimmer ab, um sich im tristen Hallenbad ein bisschen Würde und Werte im Leben zu bewahren. Die sportlichen Anstrengungen der schrägen Stehaufmännchen fallen erwartungsgemäß ebenso situationskomisch wie selbstironisch aus. Not amused dürften allein die Funktionärs-Bonzen von Olympia sein: Sie verbieten Männern bis heute den Zutritt ins Synchronschwimm-Becken.




Mo 3.9. - Mi 5.9. um 18.30 Uhr Großer Saal


Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes    100 min.    

D/ Italien 2018 Regie: Wim Wenders   Wunschfilm

Als cineastischer Biograf bekam Wim Wenders bereits drei Oscar-Nominierungen. Nach den Musikern vom „Buena Vista Social Club“, Tanz-Ikone „Pina“ Bausch sowie dem Fotografen Sebastião Salgado in „Salz der Erde“ folgt nun ein Porträt über Papst Franziskus. Präsentiert werden dessen politisch durchaus radikale Ansichten in Sachen Ökologie, sozialer Gerechtigkeit oder Konsumgesellschaft. Rigoros beklagt der Pontifex zudem die Vertuschung von sexuellem Missbrauch in seiner Kirche. Neben den Bildern der Papst-Reisen rund um die Welt überrascht Wenders vor allem mit einzigartig intimen Innenansichten: Mehrfach erhielt er Interview-Audienz im Vatikan.




Mo 3.9. - Mi 5.9. um 20.45 Uhr Großer Saal


Die Farbe des Horizonts    105 min.    

USA 2018 Regie: Baltasar Kormákur

Eine junge Amerikanerin lernt auf Tahiti einen englischen Segler kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Doch als sie für ein älteres Ehepaar ein Segelschiff nach San Diego überführen, geraten sie mitten m Pazifik, 2000 Seemeilen vom Festland entfernt, in einen gewaltigen Hurrikan, das Boot ist nur noch ein Wrack. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt. Und die Rettung einer Liebe. Nach einer wahren Geschichte erzählt Baltasar Kormákur („In the Deep“) ein packendes, beklemmendes Drama, in dem Shailene Woodley („Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) als Frau in Seenot überzeugt.




Mo 3.9. - Mi 5.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Frühstück bei Monsieur Henri    98 min.     Publikumsliebling

F 2015 Regie: Ivan Calbérac

Mit französischer Leichtigkeit und der zündenden Chemie zwischen dem französischen Altstar Claude Brasseur und der schweizerischen Newcomerin Noémie Schmidt gelingt eine Komödie, die charmante Unterhaltung bietet. - Monsieur Henri ist ein Griesgram, wie er im Buche steht. In einem fort echauffiert sich der verwitwete Rentner über Gott und die Welt, insbesondere über seinen Sohn Paul und dessen Frau Valérie, die er für eine dumme Gans hält. Weil Henri gesundheitlich nicht mehr ganz auf der Höhe und sein Pariser Apartment für eine Person viel zu groß ist, vermietet sein Sohn gegen den Willen des Alten eins der freien Zimmer. Als dann ausgerechnet die junge Studentin Constance an der Türschwelle steht, für Henri ein Inbegriff der unfähigen und verlotterten Jugend, lässt der ehemalige Buchhalter die junge Mitbewohnerin anfänglich nur zähneknirschend einziehen.





Woche vom 06.
09. bis 12.09.2018



Do 6.9. um 18.30 Uhr Großer Saal


Intime Fremde    ca. 120 min.    

Frankreich 2004 Regie: Patrice Leconte

Eine Veranstaltung des SWK Chemnitz. Es ist ein anrührender Film, bei dem wir in einem „geschützten“ Raum, wie in eine psychotherapeutische Sprechstunde als sozusagen intime Fremde, blicken dürfen. Wir nehmen teil an einer tiefgreifenden Veränderung durch die Begegnung zweier Menschen, die auch unfreiwillig zu einem analytischen Paar werden. Beide stecken in einer Lebenskrise fest. Am Ende kann Anna zu sich finden, weil sie einen wirklichen Zuhörer gefunden hat und William durch ihre Worte selbstbewusster werden. Die Kraft der Worte, die verbinden, aber auch trennen können, wenn über Lust und Liebe gesprochen wird. Es ist ein hoffnungsvoller zärtlicher Film, der die menschliche Fähigkeit zur Veränderung in berührender Weise in Szene setzt. Im anschließenden Filmgespräch können Sie mit dem Psychoanalytiker Dr. Arndt Ludwig aus Zwickau diskutieren. - Eintritt: 10,- erm 7,- Euro




Do 6.9. um 21.00 Uhr und
Fr 7.9. - Mi 12.9. um 18.30 Uhr Großer Saal


Gundermann    128 min.    

D 2018 Regie: Andreas Dresen   Tipp

Bei Andreas Dresen ist man immer „mittendrin statt nur dabei“. Im Falle von „Gundermann“ erleben wir hautnah und ungekünstelt, was es bedeutet, seine Vergangenheit zu verdrängen und was passiert, wenn sie uns über Umwege doch heimsucht. Im Mittelpunkt der Erzählung: Alexander Scheer als Liedermacher und Ex-Stasi-Spitzel Gerhard Gundermann. - Gerhard „Gundi“ Gundermann ahnt noch nicht, dass er später einmal einer der prägendsten Künstler der Nachwendezeit sein wird. Als er in den Achtzigerjahren mit seinen Musikern durch die Clubs tourt, ist das Geldverdienen mit seiner Musik noch nicht einmal sein Hauptanliegen. Stattdessen möchte er seine einfühlsamen, oft auf echten Erlebnissen beruhenden Texte mit der Welt teilen. - Darsteller: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl, Milan Peschel, Bjarne Mädel




Do 6.9. - So 9.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Landrauschen    101 min.    

D 2018 Regie: Lisa Miller

Zum Glück sorgt Crow-Funding bisweilen für ein bisschen frischen, frechen Wind im Kino. So auch bei dieser Lovestory in Bubenhausen (ja, den Ort gibt es tatsächlich!). Dort mischt die Berlin-Heimkehrerin Toni das Dorfleben in der schwäbischen Provinz gehörig auf. Beim Max Ophüls-Festival von Saarbrücken hat das wilde Werk rigoros abgeräumt - und mehr Preisgelder kassiert, als für die gesamte Produktion ausgegeben wurden! Dank authentischer Figuren, unverkrampfter Spielfreude und origineller Dialoge dürfte der Ophüls-Hype sich auch im Kinoalltag fortsetzen.




Fr 7.9. + Sa 8.9. um 21.00 Uhr Großer Saal


303    145 min.    

D 2018 Regie: Hans Weingartner

Ein altes Wohnmobil vom titelgebenden Typ 303 spielt die Hauptrolle in diesem Lovestory-Road-Movie. Mit dem alten Daimler will die junge Studentin Jule nach Portugal zu ihrem Freund fahren. Unterwegs nimmt sie den Tramper Jan auf. Die beiden philosophieren, streiten, flirten während der gesamten Reise. Wie gut Plappern auf der Leinwand klappen kann, hat Richard Linklater mit seiner „Before Sunrise“-Trilogie bestens bewiesen. Beim Quatschen über Gott und die Welt und die letzten Fragen der Menschheit bleibt natürlich noch genügend Zeit zum Suchen und Finden der Liebe: Slow-Dating auf 2.500 Kilometer quer durch Europa. 14 Jahre nach Cannes gelingt Weingartner wieder ein kapitalismuskritischer Coup mit Kultfilm-Qualitäten. - Darsteller: Mala Emde, Anton Spieker




So 9.9. - Mi 12.9. um 21.00 Uhr Großer Saal


Sauerkrautkoma    96 min.    

D 2018 Regie: Ed Herzog

Eine Mordsgaudi mit schrägem Witz, einem Hauch Anarchie und subversiven Charme garantiert auch der fünfte bayerische Heimatkrimi. Maibaumschändung, Sauerkrautüberdosis, verpatzte Heiratsanträge, für Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer schwerste Herausforderungen. Dem stets lässig, grantelnden Dorfsheriff kommt eine Zwangs-Beförderung ins ungeliebte München in die Quere. Für ihn der Overkill. Dass im alten Opel Admiral seines Hippie-Vaters eine Leiche im Kofferraum auftaucht, ist da fast schon ein Segen. Weniger glücklich macht ihn Lisa Potthof als seine langjährige On-Off-Freundin Susi. Die wünscht sich nun definitiv einen Heiratsantrag und Nachwuchs. Erneut begeistert das brillante österreichisch-bayerische Dreamteam mit unwiderstehlich, derber Herzlichkeit. Darsteller: Simon Schwarz, Sebastian Bezzel, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp – Am Sonntag erhalten Besucher mit bayrischer Tracht ermäßigten Eintritt!




Mo 10.9. - Mi 12.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Eine bretonische Liebe    100 min.     Publikumsliebling

Frankreich 2017 Regie: Carine Tardieu

Familien bergen manchmal ganz verzwickte Geschichten, vor allem, wenn die Wahrheit über die Verbindungen ihrer Mitglieder untereinander lange nicht auf dem Tisch liegt. Tut sie’s dann, folgt oft ein großer Knall. Nicht von ungefähr ist die zentrale Figur dieser charmanten und schwungvollen, in der Bretagne spielenden Komödie eine, die sich mit dem Entschärfen von Explosivmaterial auskennt, gespielt von einem extrem gelassenen François Damiens. Doch auch die restlichen Rollen sind perfekt besetzt. - Darsteller: François Damiens, Cécile de France, Guy Marchand





Woche vom 13.
09. bis 19.09.2018



Do 13.9. - So 16.9. um 18.15 Uhr und
Mo 17.9. - Mi 19.9. um 21.00 Uhr Großer Saal


Mackie Messer    130 min.    

D 2018 Regie: Joachim Lang   Tipp

Die „Dreigroschenoper“, das überaus populäre Stück von Brecht und Weill, hat seit der Premiere vor 90 Jahren nur selten den Weg auf die Leinwand gefunden. Weshalb das so ist, das erklärt dieses Opus, das Realität und Fiktion virtuos verschmelzen lässt. Da ist zum einen der Brecht, der sich mit der Filmindustrie anlegt und seine ganz eigene Vision verfilmen will. Zum anderen, parallel dazu, jene bekannte Dreigroschenoper mit dem Gangster Macheath, dem Bettlerkönig Peachum sowie dessen hübscher Tochter Polly. Für die Besetzung des Kunst-Revoluzzers Brecht kann es natürlich nur einen geben: Jener laut Selbstauskunft „beste Schauspieler der Welt“, nämlich Lars Eidinger. An dieser Verfremdungs-Wundertüte hätte Brecht wohl sein Vergnügen gehabt. Ein mutiger großer Wurf, der dem deutschen Kino guttut! Darsteller: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Claudia Michelsen, Britta Hammelstein, Christian Redl




Do 13.9. - So 16.9. um 21.00 Uhr und
Mo 17.9. - Mi 19.9. um 18.30 Uhr Großer Saal


Safari – Match me if you can    109 min.    

D 2018 Regie: Rudi Gaul

Die Technik macht’s möglich: Mit der Safari-App können Singles unkompliziert Kontakt untereinander aufnehmen. Aber ob eine App tatsächlich dabei hilft, die große Liebe zu finden? Die handwerklich exzellent gemachte Komödie zeigt mit satirischem Touch eine urbane Gesellschaft, in der sich Sexwillige ganz einfach finden können. Dass der Film ausgerechnet in München spielt, ist ein hübscher Seitenhieb auf die Schickimicki-Hauptstadt. Sehr frei nach Schnitzlers REIGEN gibt es auch hier unerwartete Verbindungen und Verwicklungen. Flott inszeniert und mit witzigen Dialogen ist der Film unterhaltsam, alle Bemühungen um Tiefsinn wirken da eher störend. Wer eine leichte, frische Komödie sehen möchte, wird hier aber auf jeden Fall Spaß haben. Darsteller: Justus von Dohnányi, Sunnyi Melles, Elisa Schlott, Juliane Köhler




Do 13.9. - Fr 14.9. + So 16.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Deine Juliet    124 min.    

UK/USA 2018 Regie: Mike Newell

„Deine Juliet“ war der erste und einzige Roman der noch während ihrer Arbeit daran verstorbenen Autorin Mary Ann Shaffers. Regisseur Mike Newell gefiel darin vor allem die Erzählung auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen, die der Regisseur in seiner Inszenierung geschmackvoll miteinander kombiniert. Einer von diversen Vorzügen eines sehr charmanten Dramas mit gleichermaßen komischen wie amourösen Einschüben. - London, Ende der Vierzigerjahre: Juliet Ashton (Lily James) steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere als Schriftstellerin, doch ihr bester Freund und Verleger Sidney (Matthew Goode) sagt ihr bereits eine glorreiche Zukunft voraus. Sie ist gefragt und reist von Lesung zu Lesung, bis sie eines Tages einen Brief von der abgelegenen Kanalinsel Guernsey erhält.




Mo 17.9. - Mi 19.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Die brillante Mademoiselle Neila    95 min.    

Frankreich 2017 Regie: Yvan Attal

Die Kunst, Recht zu behalten – man kann sie lernen. Im neuen Film von Yvan Attal nimmt Daniel Auteuil als zynischer Rhetorik-Professor eine junge Jurastudentin unter seine Fittiche, um ihr die Technik des Diskutierens beizubringen. Und um seinen Job zu retten. Zwei Dickköpfe prallen aufeinander, und wie sie langsam, mit intelligent geschriebenen Dialogen, am selben Strick ziehen, um einen Rhetorik-Wettbewerb zu gewinnen, ist die eigentliche Geschichte des Films. Schöne Erkenntnis: Mit den richtigen Worten kann man viel erreichen, vom Kuss bis zur Karriere. Darsteller: Carmélia Jordana, Daniel Auteuil





Woche vom 20.
09. bis 26.09.2018



Do 20.9. um 18.30 Uhr Großer Saal


Wiedersehen mit Karl-Marx-Stadt    ca. 110 min.    

Ein neues Programm - mit Schmalfilmen auf Zeitreise in die Chemnitzer DDR der 1970er Jahre. Teil 1: Zwischen Rosenhof und Karl-Marx-Monument. Zum ersten Mal sind diese bisher unveröffentlichten Aufnahmen eines bewegten Jahrzehntes in einer zweiteiligen Veranstaltung zu sehen. Wir spazieren durch das damalige neue Stadtzentrum bei Tag und am Abend - sehen die Veränderungen im Stadtbild aus dem Blickwinkel verschiedener Schmalfilmamateure, erleben noch einmal die Leuchtreklamen in der Innenstadt und nehmen am Leben der Karl-Marx-Städter Bevölkerung teil. Ergänzt werden die Filmaufnahmen durch 120 digital restaurierte Fotografien. Live kommentiert von Sandro Schmalfuß.




Do 20.9. - So 23.9. um 21.00 Uhr und
Mo 24.9. - Mi 26.9. um 20.30 Uhr Großer Saal


BlacKKKlansman    138 min.    

USA 2018 Regie: Spike Lee

Ein Schwarzer als Mitglied des ultrarassistischen Ku-Klux-Klans? Das ist eine kaum glaubliche Geschichte, die sich in den 70er Jahren tatsächlich zugetragen hat, zumindest im Ansatz. Spike Lee nutzt diese Episode in seinem Cannes-Wettbewerbsbeitrag „BlacKKKlansman“ zu einem wütenden Fanal, das allerdings weniger historisch ist, als die aktuellen Zustände Amerikas und besonders den amtierenden Präsidenten anzuklagen. - Ron Stallworth wird 1972 die zweifelhafte Ehre zuteil, der erste schwarze Polizist in der Polizei von Colorado Springs zu werden. Anfang der 70er Jahre herrschen innerhalb der Polizei noch tiefsitzende Vorurteile, doch das ist gar nichts gegen den Ku-Klux-Klan, der mit ganz gewöhnlichen Anzeigen in der Tageszeitung nach neuen Rekruten sucht. Kurzentschlossen ruft Ron die Nummer an, gibt sich als rassistischer Weißer aus, dem die Zustände im Land zuwider sind - und wird schnell zu einem Treffen mit den lokalen Rassisten eingeladen. Darsteller: John David Washington, Adam Driver, Laura Harrier – Do in OmdtU




Fr 21.9. - So 23.9. um 18.30 Uhr und
Mo 24.9. - Mi 26.9. um 18.00 Uhr Großer Saal


Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon    116 min.    

D 2018 Regie: Florian Gallenberger   Tipp

Gärtner Georg ist von der Fliegerei begeistert. Mit seinem roten Doppeldecker entflieht er gern den Sorgen, beruflich und familiär droht immer mehr der Absturz. Zwei resolute Ladies waschen dem sturen Griesgram zum Glück gehörig den Kopf. Oscar-Besitzer Florian Gallenberger kann sich bei seinem fliegenden Roadmovie quer durch die Republik auf ein exzellentes Ensemble verlassen. Allen voran Elmar Wepper, der in dieser luftigen Tragikomödie mit leinwandpräsenter Lässigkeit vom mürrischen Saulus zum empathiefreudigen Paulus mutiert. Einmal mehr präsentiert sich der einst als Serien-Mime unterforderte, von Doris Dörrie für die Leinwand schließlich wachgeküsste Schauspieler in der (Kirsch)Blüte seiner Karriere. Darsteller: Elmar Wepper, Emma Bading, Monika Baumgartner, Dagmar Manzel, Ulrich Tukur




Do 20.9. - So 23.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

3 Tage in Quiberon    117 min.    

D 2018 Regie: Emily Atef

Deutschland macht es seinen Stars oft nicht leicht, was besonders Romy Schneider erfahren musste, die bald nach Frankreich floh und dort zu dem Weltstar wurde. Glücklich wurde sie allerdings nie. An diesem Wochenende wäre sie 80 Jahre alt geworden! - Im Frühjahr 1981 befindet sich Romy Schneider in Quiberon, einem kleinen französischen Fischerort in der Bretagne, wo sie in einem Sanatorium entgiften soll. Dass Schneider trinkt und raucht und ganz allgemein ein unstetes Leben führt, trägt nicht dazu bei, dass ihr Außenstehende zutrauen, eine gute Mutter zu sein. Ihre alte Freundin Hilde (Birgit Minichmair) sieht das anders, sie kennt Romy schon seit der Kindheit und ist nun ein paar Tage zu Besuch, um ihr beizustehen. Besonders skeptisch betrachtet sie Romys Plan, dem Stern-Journalisten Michael Jürgs (Robert Gwisdek) ein Interview zu geben. Darsteller: Marie Bäumer, Robert Gwisdek, Birgit Minichmair, Charly Hübner, Denis Lavant




Mo 24.9. - Mi 26.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Foxtrot    113 min.    

Israel 2017 Regie: Samuel Moaz   Der besondere Film

In der Form eine griechische Tragödie, im Ton ein Drama und auch beißende Satire, im Kern eine deutliche, schonungslose Kritik an seiner israelischen Heimat und den zum Teil aufgedrängten, zum Teil selbstgewählten Kriegen, die das Land und die Psyche seiner Bewohner seit Staatsgründung prägen. All das ist Samuel Moaz „Foxtrot“, ein streng inszenierter, komplexer, intelligenter, vielschichtiger Film. - Einer der brillantesten Filme des Jahres. /Der Stern





Woche vom 27.
09. bis 03.10.2018



Do 27.9. - So 30.9. um 18.30 Uhr Großer Saal


Mamma Mia! Here We Go Again    114 min.    

UK/USA 2018 Regie: Ol Parker   Wunschfilm

Die Fortsetzung von "Mamma Mia!" mit vielen ABBA-Gesangseinlagen. Wer die Musik von ABBA mag, sollte sich für einen Großteil der Laufzeit beim Lächeln ertappen.- Sophie ist emotional aufgewühlt: Die Wiedereröffnung des einst von ihrer Mutter geführten Hotels auf einer griechischen Trauminsel besteht bevor, doch einige der wichtigsten Menschen in ihrem Leben können aus den verschiedensten Gründen nicht bei ihr sein. Sie fühlt sich in die Schuhe ihrer Mutter Donna versetzt, die in den 70er-Jahren allein nach Griechenland reiste und dort ein völlig neues Leben begonnen hat – was nicht immer so einfach war, wie es hat wirken lassen… Darsteller: Lily James, Amanda Seyfried, Meryl Streep, Pierce Brosnan, Colin Firth, Dominic Cooper




Do 27.9. - So 30.9. um 21.00 Uhr Großer Saal


Asphaltgorillas    103 min.    

D 2018 Regie: Detlev Buck

Detlev Buck adaptierte die Kurzgeschichte „Der Schlüssel“ des gefeierten Schriftstellers Ferdinand von Schirach und kreiert daraus einen irren Trip durch das Berliner Milieu. Die Stars dieser Neo-Noir-Thrillerkomödie sind neben herausragenden Newcomern vor allem Georg Friedrich als Leo-Mantel tragender Ganove und Jannis Niewöhner in einer Jordan-Belfort-Gedächtnisrolle. Am Ende von seiner „Asphaltgorillas“ betitelten Milieustudie, steht nicht weniger die Frage nach der Schuld im Mittelpunkt, der Weg dorthin verläuft allerdings nicht beklemmend-dramatisch, sondern sukzessive völlig hanebüchen. Das ist allerdings zu keinem Zeitpunkt negativ zu verstehen. „Asphaltgorillas“ ist eine irrwitzige Erfahrung, ein hochambitionierter Genreclash und ein Sammelsurium herausragender inszenatorischer Ideen, die zu keinem Zeitpunkt etwas damit zu tun hat, was man hierzulande gern als „deutsches Kino“ versteht.




Fr 28.9. um 19.00 Uhr Kleiner Saal

Mr. Gay Syria    88 min.    

D, Türkei, Frankreich 2017 Regie: Ayse Toprak

In den Medien werden als Gründe für Flucht und Migration fast ausschließlich (Bürger-) Kriege und wirtschaftliche Not genannt. Die Doku „Mr. Gay Syria“ zeigt, dass viele Menschen ihre Heimat auch deshalb verlassen müssen, weil sie ihre Sexualität nicht offen leben können und ihre wahre Identität verbergen müssen. Im Mittelpunkt stehen zwei syrische Flüchtlinge, die auf eine Zukunft ohne Verfolgung und Repressionen hoffen – durch die Teilnahme an einem Schönheitswettbewerb für schwule Männer. „Mr. Gay Syria“ ist ein mutiger, aussagekräftiger Film über Menschen, die der Unsichtbarkeit ihres Daseins entkommen wollen. Eine Veranstaltung des LSVD zur interkulturellen Woche in Chemnitz.




Do 27.9. + Sa 29.9. - So 30.9. um 20.00 Uhr Kleiner Saal

Zuhause ist es am schönsten    105 min.    

Italien 2017 Regie: Gabriele Muccino

Mit seinem fesselnden Porträt einer italienischen Großfamilie gelingt dem Regisseur Gabriele Muccino ein großer Wurf. Das turbulente Familiendrama leuchtet dabei die ambivalenten Gefühle und mediterran-theatralischen Wesenszüge aller Beteiligten mit radikaler Tiefenschärfe aus. Lust, Liebe und Leidenschaft, inszeniert vor der traumhaften Kulisse der Vulkaninsel Ischia im Golf von Neapel und furios gespielt von einem exzellenten Ensemble sorgen für ambitioniertes, lebendiges Gefühlskino beim Treffen zur goldenen Hochzeit der Eltern.